Der Fall Würth – Eine Schraube locker?

Jüngst sorgte ja Reinhold Würth, Leiter des Schraubenherstellers Würth, für Schlagzeilen.

Da in den ersten drei Monaten des Jahres bei seinen Kunden „eine deutlich spürbare Kaufzurückhaltung“ und in seinem Unternehmen „eine rückläufige Geschäftsentwicklung“ feststellbar seien, setzt er auf Kurzarbeit und Gehaltskürzungen von bis zu 15 Prozent, die teilweise als „Solidaritätsbeitrag“ getarnt wird.

Gleichzeitig kauft sich der 74-Jährige für seinen Lebensabend eine Yacht zum Preis von rund 100 Millionen Euro. So sehr er von den technischen Details des Prachtstückes beeindruckt sein mag, so wenig werden sich seine Beschäftigten dafür interessieren. Sie sähen das Geld viel lieber in das Unternehmen investiert. So bliebe ihnen die Gehaltskürzung erspart und ihr Arbeitsplatz gesichert.

Rechtlich gesehen ist Würths Vorgehen nichts anzuhaften – moralisch dagegen eine ganze Menge. Denn mit der Führung eines Unternehmens soll man nicht nur die Möglichkeit der eigenen Bereicherung genießen, sondern auch Verantwortung für das Unternehmen und vor allem die Mitarbeiter übernehmen. Klar, wäre die Firma Würth niemals gegründet worden, hätte es diese 5000 Arbeitsplätze in Deutschland nie gegeben. Doch da es sie nun gibt und die Beschäftigten ihre Existenz vom Unternehmen abhängig machten, hat der Unternehmensleiter für seine Angestellten einzustehen – notfalls mit Privatvermögen, das er ohne die Belegschaft niemals anhäufen hätte können. Arm wird er dadurch schließlich nicht.

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