…oder auch nicht.
Einige Zahlen, die neulich anlässlich des Weltwassertages kursierten, brachten mich auf die Idee für ein interessantes (nicht ganz ernst gemeintes) Gedankenspiel:

"Christian Schwarz" / http://www.jugendfotos.de, CC-de-DE, License(by-nc-nd)
So sollen also bei der Herstellung von einem Kilo Kaffee 20.000 Liter „virtuelles Wasser“ verbraucht werden. Virtuelles Wasser meint die im Laufe des Anbaus, Transports und bei der Weiterverarbeitung tatsächlich verbrauchte Wassermenge.
Geht man davon aus, dass zu einer durchschnittlichen Tasse Kaffee 2,5 g Kaffeepulver mit 200 ml Wasser aufgekocht werden, kommt man auf einen Verbrauch von 25,7 Litern virtuellen Wassers für eine Tasse Kaffee.
Laut der Umweltdatenbank gibt es 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser auf der Erde, das sind 1,4 Trilliarden Liter. Davon sind 0,6 Prozent, also 8,4 Trillionen Liter, trinkbar. Zurzeit leben grob gerundet 6.883.496.000 (rechnet jede Minute ein paar dazu) Menschen auf der Erde.
Angenommen, jeder trinkt im Durchschnitt genau eine Tasse Kaffee pro Tag. (Ich geh davon aus, dass arme Menschen in Dritte-Welt-Ländern keinen Kaffee trinken, während die Koffeinjunkies in Amerika und Europa sich fünf Tassen pro Tag reinschütten). Also bei einer angenommenen Menge von einer Tasse Kaffee pro Mensch pro Tag beläuft sich der Konsum virtuellen Wassers auf 176.905.847.200 Liter pro Tag. Für Kaffee.
Das sind 0,000000210602199 Prozent des weltweiten Wasservorrats. Klingt nicht nach viel. Ist es auch nicht. Wir bräuchten knapp 13.000 Jahre, um die Erde leer zu saufen, wenn wir nur Kaffee trinken. Auch muss man bedenken, dass so einiges an „verbrauchtem“ Wasser direkt wieder für Verarbeitungsprozesse zur Verfügung steht, also nicht erst gereinigt werden muss.
Dennoch hat mich diese Rechnung zum Denken angeregt. Kaffee ist schließlich nur eins von Tausenden Genussmitteln dieser Erde. Und bedenkt man, dass gewisse Produktionen noch viel mehr Wasser brauchen als Kaffee (Autos, Häuser), kommt man schon ins Grübeln, ob auf lange Sicht wirklich genug Wasser für alle da ist.



