Endlich! Die amerikanischen Finanzmogule haben eine „Lösung“ für den Umgang mit faulen Wertpapieren gefunden. Das FASB erlaubt den Banken jetzt nämlich, den Wert von Papieren ohne festen Markt und ohne realistische Werteinschätzung in „weitgrößerem Umfang als bisher selbst zu berechnen“. Schön und gut, so müssen weniger Abschreibungen gemacht werden und eine Kreditklemme hat man damit auch verhindert.
Was die Verantwortlichen dabei aber nicht bedacht haben (wobei: ich glaube, sie haben es sehr wohl bedacht, nur bewusst ignoriert), ist, dass so die nächste Finanzblase entsteht. Da die Bilanz nun zu Teilen aus Forderungen besteht, von denen man nicht wissen kann, ob sie erfüllt werden, werden zukünftige Kredite mit sehr wackeligen Reserven gedeckt. Fallen diese Forderungen aus, müssen Kredite verringert oder gar storniert werden. Unternehmen, die fest mit diesen Krediten gerechnet haben, fahren gegen die Wand und müssen weitere Arbeitnehmer entlassen. Da ist es besser, die Wirtschaft in einer Kreditsituation zu wähnen, die der Realität entspricht, anstatt ihr das Blaue vom Himmel zu reden. Von einem gesunden System kann man nämlich nicht gerade reden, wenn 25-prozentige Bankenrenditen einem Wirtschaftswachstum von 3 Prozent gegenüberstehen.
Eine andere Blase hat sich übrigens schon vor einigen Wochen angekündigt, mit volkswirtschaftlichem Ruhm bekleckern sich Helicopter-Ben & Co nicht gerade. Vielleicht haben sie das mit dem Optimismus ja falsch verstanden…



